Gesundheitswesen: Schnellere Anerkennung und Integration von Fachkräften gefordert

Romina Plonsker: "In NRW und auch im Rhein-Erft-Kreis sind wir auf gut qualifizierte Fachkräfte in Krankenhäusern und in der Pflege angewiesen"

Die CDU-Landtagsabgeordneten Gregor Golland, Romina Plonsker und Thomas Okos, setzen sich für schnellere Anerkennungsverfahren für internationale Gesundheitsfachkräfte ein. Dazu haben die Christdemokraten aus dem Rhein-Erft-Kreis den Antrag der CDU-geführten Koalition „Willkommen im Gesundheitswesen in Nordrhein-Westfalen – internationale Gesundheitsfachkräfte schneller in die Versorgung bringen“ unterstützt, der am gestrigen Donnerstag im Landtag beschlossen wurde. 

„In NRW und auch im Rhein-Erft-Kreis sind wir auf gut qualifizierte Fachkräfte in Krankenhäusern und in der Pflege angewiesen“, erklären die Abgeordneten und weisen auf die bestehenden Engpässe beim Personal hin. „Jedoch ziehen sich die Anerkennungsverfahren oft lange hin. Das führt zu Unsicherheit und Sorgen bei den Betroffenen, auch finanziell – zumal dann, wenn eine Familie dazugehört, die sich in Nordrhein-Westfalen integrieren möchte.“

In den vergangenen Jahren habe das Land bereits Verbesserungen bei den Anerkennungsverfahren eingeleitet – so sei das „Gesetz zur Änderung von Vorschriften über die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse und über die weitere Entwicklung der Gesundheitsfachberufe“ beschlossen worden, das Verfahren erleichtern soll. Auch der Bund habe ähnliche Regelungen angekündigt. Zudem übernehme die „Zentrale Anerkennungsstelle für Gesundheitsberufe“ (ZAG) bei der Bezirksregierung Münster eine Schlüsselrolle bei der Fachkräftegewinnung in NRW.

„Dennoch zeigen Gespräche mit betroffenen Fachkräften, dass es weiter erhebliche Hürden bei der Anerkennung gibt – weniger im rechtlichen Bereich als beim tatsächlichen Übergang in die Berufspraxis“, erläutern Okos, Plonsker und Golland. „Die Verfahren dauern zu lange, sind intransparent, es bestehen sprachliche Probleme beim Zugang zu Formularen oder Schwierigkeiten bei Praxiseinstiegen.“

Im Falle von Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie seien die geltenden Berufsgesetze zudem so veraltet, dass sie nicht modernen Standards entsprechen, die in anderen Ländern schon gelten. Hierzu soll sich die Landesregierung beim Bund dafür stark machen, dass diese Gesetze schnell modernisiert werden.

„Wir möchten mit dem Beschluss im Plenum auch erreichen, dass die Regelungen des Bundes zum Einsatz von internationalen Ärztinnen und Ärzten mit Berufserlaubnis präziser gefasst und dass Modelle für Hospitationen und Praxiseinstieg geprüft werden“, betonen die drei Abgeordneten. „Auch könnten die Kammern stärker in die Anerkennungsverfahren eingebunden werden. 

Letztlich geht es darum, die Verfahren zu beschleunigen, zu modernisieren, zu digitalisieren und von unnötiger Bürokratie zu befreien. Sprachliche und weitere Hürden können durch verbindliche Ansprechpersonen abgebaut werden. 

Aber die erfolgreiche Anerkennung genügt nicht: Es muss auch eine erfolgreiche Integration stattfinden. Dazu müssen die Fachkräfte und ihre Familien beim Ankommen in NRW besser unterstützt werden.

Unser Bundesland steht im internationalen Wettbewerb um Gesundheitsfachkräfte und wir möchten erreichen, dass sie gerne herkommen und hier arbeiten. So stellen wir die medizinische Versorgung auch im Rhein-Erft-Kreis sicher.“

Hintergrund:
Nach Angaben der Bundesärztekammer waren Ende 2024 bundesweit rund 64.000 Ärztinnen und Ärzte (13 Prozent) mit ausländischer Staatsangehörigkeit tätig, davon knapp 8.700 im Bereich der Ärztekammer Nordrhein. Der Anteil internationaler Fachkräfte in der Ärzteschaft ist in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich gestiegen. In Pflegeberufen haben nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit im Jahr 2026 rund 20 Prozent der Beschäftigten eine ausländische Staatsangehörigkeit. Vor zehn Jahren lag ihr Anteil noch bei sieben Prozent.