65 Jahre Anwerbeabkommen mit der Türkei: „Gemeinsame Geschichte verpflichtet zu gemeinsamer Zukunft“
65 Jahre nach dem deutsch-türkischen Anwerbeabkommen wollen die CDU-Landtagsabgeordneten Romina Plonsker, Gregor Golland und Thomas Okos die gemeinsamen Anstrengungen der hiesigen Gesellschaft und der türkischen Einwanderer würdigen und zugleich den Blick nach vorne richten. Der Antrag von CDU und Grünen wird am 14. Oktober 2026 im Landtag Nordrhein-Westfalen beraten.
„Die Menschen, die vor 65 Jahren aus der Türkei zu uns kamen, haben mit ihrer Arbeit wesentlich zum Aufbau unseres Landes beigetragen. Viele sind geblieben, haben Familien gegründet und Nordrhein-Westfalen zu ihrer Heimat gemacht. Diese gemeinsame Geschichte verpflichtet zu gemeinsamer Zukunft“, erklären die Abgeordneten aus dem Rhein-Erft-Kreis.
Integration sei dabei keine Einbahnstraße: „Unser Land muss gute Chancen auf Bildung, Arbeit und Teilhabe ermöglichen. Gleichzeitig erwarten wir von Menschen, die zu uns kommen, dass sie sich aktiv einbringen, die deutsche Sprache lernen und unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung respektieren. Integration gelingt nur gemeinsam.“
Auch die Reise von Ministerpräsident Hendrik Wüst in die Türkei sei ein wichtiges Signal gewesen. „Es ist richtig, dass Nordrhein-Westfalen den direkten Austausch mit der Türkei pflegt. Unsere Beziehungen sind wirtschaftlich und kulturell eng. Gerade bei Handel, Investitionen und Sicherheit liegen große Chancen für beide Seiten“, betonen Plonsker als Sprecherin für Europa und Internationales, Golland und Okos.
So sieht der Antrag ausdrücklich vor, die wirtschaftliche Zusammenarbeit weiterzuentwickeln und den Austausch durch Städtepartnerschaften und Jugendbegegnungen weiterhin zu pflegen. Laut IHK Köln haben über 200 Unternehmen mit türkischem Hintergrund ihren Sitz im IHK-Bezirk Köln, zu dem auch der Rhein-Erft-Kreis gehört. Weitere rund 2.500 türkische Kleingewerbetreibende kommen hinzu. Mit der Städtefreundschaft zwischen Brühl und Kaş besteht zudem seit fast 25 Jahren eine direkte kommunale Verbindung in die Türkei.
Partnerschaft bedeutet für die drei Christdemokraten aber auch klare Worte: „Zu einer guten Beziehung gehört, einen offenen Dialog zu führen. Einen Dialog über Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte, denn Presse- und Meinungsfreiheit, eine unabhängige Justiz und die Rechte der demokratischen Opposition sind für uns unverzichtbar.“